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So Guten Tag wir sagen mal wieder Hallo, es ist nicht so einfach einen Reisebericht zu schreiben, wenn man die halbe Zeit auf dem Klo verbringt (extrem Durchfall, in Varanasi normal). Jedenfalls haben wir MacLeod Ganj am 6. Januar 09 verlassen und befinden uns nun in Varanasi oder auch Benares genannt. Heute ist der 25.1.09. Ich mache kurz einen Abstecher zum 6. Januar. Mit dem Bus von MacLeod Ganj nach Padarmkot wo unser Zug um 15.40 nach Varanasi abfährt. Die Kurvenreiche Busfahrt war ganz OK. Jedenfalls wurde mir kaum übel obwohl wir von 1800 m.ü.M. ins Flachland gefahren sind. Wie das so ist in Indien, hatte unser Zug schon mal 2,5 Stunden Verspätung am Ende wurden dann aus den 20 Reisestunden 25 Stunden was eigentlich ziemlich OK ist, es hätten ja auch 10 oder 20 Stunden Verspätung sein können. Die Reise mit dem Zug war recht witzig die meisten indischen Mitreisenden wollen in der Regel einfach unterhalten werden. Da der Zug Verspätung hatte, hatten wir sowieso genug Zeit um alle Fragen zu beantworten. In indischen Schlafwagen sind manchmal zwei verschiedene Nummerierungen angegeben, neu und sehr alte Nummern und je nach Lust und Laune werden die Reservierungen gemacht. Wenn man nun nach den neuen Nummern geht, kann es sein das womöglich die alten Nummern gemeint sind, in dem Fall wird dann umgezogen und ein grosses Chaos entsteht wenn 100 Inder mit Gepäck ihr Abteil wechseln müssen. Das fördert dann die Reisegemeinschaft und man hat viel Spass zusammen.
Angekommen in Varanasi zurück in Indien. Da MacLeod zumeist von Tibetern bewohnt ist, bleibt die indische Chaostheorie im Hintergrund, wenn man dann in eine Stadt wie Varanasi kommt ist dann die Ruhe fürs erste vorbei. Chaos beherrscht die Strassen, man wird von Schleppern, Rikschafahrer und allem möglichen Gesindel belagert, Smog gefüllte Luft zieht einem in die Nase. Überall wird von Pan (ein art Kautabak) rotgefärbte Spucke ausgespuckt, willkommen im Ameisennest der Inder. Wo es über 100 politische Parteien gibt und niemand weiss wer was zu sagen hat, doch eines weiss man ganz genau, Geld regiert die Welt. Wenn man Varanasi von oben her betrachtet entdeckt man die unglaubliche Vielfalt von Tempeln und verschiedener  Götter, Pilger aus ganz Indien und der Welt besuchen die heiligste Stadt aller Städte in Indien. Ein Besuch an den Stufen der Gahts (Schwimmbad am Ganges) läst einem so Einiges sehen, speziell an besonders heiligen Tagen wenn Tausende von dem seele-reinigendem Bad im Ganga angezogen werden. Sadus (heiliger Mann) bevölkern den ganzen Tag die Gahts und versuchen durch schnorren oder das zähmen einer Kobra ein paar Rupis abzukriegen. Masseure die durch «hand-shake» Kunden aufzureissen und Kinder die den ganzen Tag Postkarten und Blumenkörbchen verkaufen beleben die Gahts umso mehr.
Das grösste Hobby der Varanaser ist das steigen lassen eines kleinen Drachens. Was mit Vorliebe am Sonntag von jung und alt gespielt wird. Das Ziel ist, durch ein speziell scharfes Garn, den Drachen des Nachbarn von der Leine zu trennen, der Erfolg wird dann lautstark zelebriert.
Läuft man vom Main-Gaht am Ganges entlang, erreicht man schon bald das Burning-Gaht wo man zusehen kann, wie 24 Stunden am Tag Leichen im Ganga rein gewaschen und danach mit süsslich riechendem Holz verbrannt werden (dauert ca. 3 Stunden). Heilige Männer wie Sadus oder Priester werden direkt im Ganga «beerdigt».
Sehen kann man auch die Abwasserpump-Türme an den Gahts, die durch ein wenig filtern die Abwasser der Stadt in den Ganges leiten. Flussaufwärts und -abwärts findet man natürlich zahlreiche Industrie, unter anderem eine der grössten Lederfabriken Asiens, welche ihre Abwässer, Schwermetalle, Chemikalien usw. in den heiligen Fluss entsorgt. Tierleichen sind auch zu finden und sonst allerhand an Abfall.
Es ist hier schon einiges wärmer, wir nähern uns dem Süden.
So, jetzt wird es aber Zeit für ein Bad. Gute Nacht!